BAUERNREGELN

Hat der Pilatus einen Chappen an,
braust bald der wilde Föhn heran.

Scheint die Sonne hinterm Horn,
kommt der Föhn erst übermorn.

Kommt der Föhn, dass heisst das Wiib,
stürmt in dir der wilde Trieb.

Föhn, oh, sieht doch, wie wir beben,
lasst uns diesmal noch am Leben.

Scheint am Berg ein fahles Licht,
kommt der Föhn oder auch nicht.

Zunft der Baur die Pfeife an,
stürmt sogleich der Föhn heran

und das Haus steht jäh in Flammen
dann das Dorf und wir all zusammen.

Die Frau Föhn und der Herr Biis
lieben sich auf der Wiis.

Der Herr Bise stürmt vom Meer her
kommt Frau Föhn schnell nah und näher.

Föhn oh Föhn dein wildes Feuer
kommt es segnend wohl auch heuer?

Föhn ist heiss und Biis ist kalt
nehmen jegliche Gestalt.

Sagt uns heut die Meteo:
morn, da kummt ein Wette(r), oh!

Bläst der Föhn statt ab bergauf
tun wir unsren letzten Schnauf.

Mancher Mann wart auf den Föhnsturm, weil er
seine Frau so schön macht, geil und geiler.

Rechter Föhn reisst mann und Weib
His und Rock im Nu vom Leib.

Kommt der Föhn durchs Tal gezogen
gehen zur Kirch wir beten gogen.

Föhn oh Föhn gib endlich Frieden
ist genug vom Unheil hier hienieden.

Du lieber Gott, schick keinen Föhn mehr.
Ist ohne Föhn hier viel viel schöner,

(Urs Widmer)

 

Theater Basel