FÖHN (EIN ZYKLISCHES WETTERSPIEL)

Wir alle kennen ihn; Auf einmal kommt ein warmer Wind auf und trocknet alle Wolken vom Himmel: Die Berge rücken aneinander, alles scheint näher, klarer, schöner, heller zu sein und die Sonne strahlt in ihrer Masslosigkeit: Postkartenzauber! Der Föhn hat seinen Ursprung an den Nordhängen unserer Berge. Geliebt und gefürchtet ist er, wird herbeigesehnt und verflucht. Bis an die Grenzläufe im Norden unseres Landes ist er zu spüren und oft klagen die Schweizer auch darüber, dass er sie selber befällt, quält mit Kopf-, Knochen- und Seelenschmerzen. Der Föhn gehört zur alpinen Welt und zu den Alpenländern, wie die Berge selbst. Er ist tief in unserem Alltag verankert und auch ein Stück unverwechselbare Identität. Er bringt süssen Zauber und verheerende Verwüstung Der Föhn ist ein archaisches, zyklisches Wetter- und Dramenspiel unserer Kulturlandschaft, die unseren Lebenstopos und unsere Eigenheit seit jeher prägt.

 

Unwetterzentrale Schweiz
Es erstaunt nicht, dass eine so markante Wettererscheinung wie der Föhn auch zahlreiche Einflüsse auf die Umwelt ausübt. Wer selbst einmal einen starken Föhnsturm in einem Alpental erlebt hat, wird ihn nicht mehr so bald vergessen.

Föhnsturm in Uri
Bericht Schweiz aktuell vom 07.02.2001

Theater Basel